„Ich genieße mein Leben“

ES HEISST: WO EIN WILLE IST, IST AUCH EIN WEG

Auf Julia trifft dieses Sprichwort mehr als zu. Denn wenn die 27-Jährige einen Plan hat, ist sie äußerst bestrebt, diesen umzusetzen. Diese Ziele ermöglichen ihr ein selbstständiges und normales Leben. Das ist etwas Besonderes, denn Julia hat das Down-Syndrom. Ihre geistige und motorische Entwicklung ist längst nicht so ausgeprägt wie die eines Menschen ohne Beeinträchtigung. Veränderungen bedeuten für sie Stress, lösen Ängste bei ihr aus und auch der Umgang mit Zahlen fällt ihr sehr schwer. Deswegen benötigt sie, gerade was die Geldverwaltung betrifft, Unterstützung. Trotzdem ist es ihr Ziel, so selbstbestimmt wie möglich zu leben.

Seit fünf Jahren wohnt sie in einem eigenen Appartement auf dem Campus von antonius. Sie kümmert sich um ihren Haushalt, kocht und wäscht ihre Wäsche. Ihre Eltern, die im Main-Kinzig-Kreis leben, besucht sie regelmäßig am Wochenende, fährt dafür sogar alleine mit dem Zug. Ihr Lebensmittelpunkt ist aber Fulda. Sie plant selbst ihre Urlaube und auch mit dem Handy hat sie gelernt umzugehen. Ihre Eltern waren zunächst skeptisch, ob Julia das alles so eigenständig schaffen kann – doch sie hat sie überzeugt. Ihre enorme Willensstärke, ihre Assistentin, aber vor allem ihre lebhafte und lebensfrohe Art haben ihr dabei geholfen. Genauso wie ihre Sturheit, mit der sie schon so einige Dinge durchsetzen konnte und die als wichtiger Faktor dazu beiträgt, dass sie ihre Ziele erreicht.

DOWN-SYNDROM

Das Down-Syndrom, auch bekannt als Trisomie 21, beschreibt das gemeinsame Auftreten von geistiger Be­hinderung und körper­lichen Fehl­bildungen; verursacht wird es durch einen Fehler im Erbgut eines Menschen – das 21. Chromosom ist voll­ständig oder in Teilen dreifach vorhanden, nicht doppelt. Das Syndrom kann in unterschiedlichsten Ausprä­gungen vorkommen.

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