„Ich bin ins Arbeitsleben integriert“

EIN AUGE FÜRS DETAIL

Alexanders scharfsinniger Blick hat ihm im Leben schon oft geholfen – und weit gebracht, denn der 29-Jährige arbeitet beim Fuldaer Unternehmen Werner Schmid in der Qualitätskontrolle und das seit nunmehr fast sechs Jahren. Im Bereich Metallverarbeitung ist eine seiner Aufgaben, Metallringe auf ihre Maßgenauigkeit zu kontrollieren. Routiniert und schnell schiebt er dazu die gefertigten Metallringe nacheinander auf eine Form. Passt ein Ring nicht, sortiert er ihn aus. Die Metallringe, die sich problemlos auf die Form schieben lassen, stapelt er sorgfältig in einer Kiste.

Mit Hilfe von Perspektiva hat Alexander es auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft, ist ins reguläre Arbeitsleben integriert und hat sein großes Ziel von einem selbstständigen Leben erreicht. Darauf ist er mächtig stolz – zu Recht, denn Alexander hat eine geistige Behinderung in Form einer Lernbehinderung. Es fällt ihm schwer, neue Dinge zu lernen, einen Platz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden, ist da keine Selbstverständlichkeit, doch sein Wille und seine Motivation, einen „richtigen“ Job auszuüben, haben ihm dabei geholfen.

Jetzt führt er ein sehr eigenständiges Leben. Er wohnt in einer eigenen Wohnung, kommt jeden Morgen eigenständig zur Arbeit und ist dort ein gewissenhafter Mitarbeiter, quasi einer unter vielen, seine Beeinträchtigung spielt dort fast keine Rolle mehr.

PERSPEKTIVA 

Sonderschulabgänger und schwache Hauptschüler haben häufig Schwierigkeiten einen Arbeits­platz zu finden. Die kom­plexen Anfor­derungen der Arbeits­welt wirken oft ausgrenzend und können zu unüberwind­baren Hürden werden. Die Chancen, auf Dauer Arbeit zu finden und so eine eigene Lebens­perspektive zu entwickeln, schwinden.

Vor diesem Hintergrund haben sich 1999 in Fulda antonius, Unter­nehmer und Bürger zur Perspektiva gGmbH zusammen­getan. Das Ziel: Brücken bauen zwischen Unternehmern und Jugendlichen.

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